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Weißes Papier

Das weiße Blatt ist für die exklusiv für FunderMax interviewten Architekten Thomas Wawris, Christian Kroepfl und Martin Luptacik die Ausgangsbasis für ihre Entwürfe. Schon der berühmte brasilianische Architekt Ruy Ohtake aus Sao Paulo meinte 1995 in einem Interview mit der Zeitschrift „Architektur und Design“, dass beim Entwerfen „nichts über die Linie auf einem weißen Blatt Papier gezeichnet mit der Hand, geht“. Offenbar ist die Reinheit, das Glänzen, das „Unbeschriebene“ der weißen Papierfläche die notwendige Basis für einen Anfang.

Weiß als Anfang

Weiß steht für den Anfang. Jeder Erneuerungsprozess hat einen Beginn und damit ist es nur verständlich, dass viele kreative Menschen mit einem weißen Blatt Papier beginnen. Das Weiß als Startpunkt eines Erneuerungsprozesses. Dann füllt sich das Papier und das Weiß wird zur Grundfläche einer Idee, einer Form, eines Prozesses oder was auch immer. Der verbleibende Weißraum verleiht dem Entwurf dann seine Dimension.

Die Dimension von Weiß

Die Dimension eines Objekts hängt sehr stark mit seiner Farbe zusammen. Auf diesen Umstand macht der Möbeldesigner Christian Kroepfl in seinem Interview aufmerksam: „Weiß das ist der pure Körper“. Soll ein Objekt letztendlich weiß bleiben, so muss das bei der Planung berücksichtigt werden. So lässt sich die wahre Dimension des Objekts ableiten.

Das andere Weiß

Doch nicht immer ist Weiß so positiv besetzt. Die deutsche Band "Element of Crime" mit ihrem lyrischen Mastermind Sven Regener meint: "Ich werd nie mehr so rein und so dumm sein wie weißes Papier." Damit bringt er zum Ausdruck, dass an einem Anfang auch Naivität oder eben Dummheit stehen kann. Der Volksmund spricht nicht umsonst von einem "unbeschriebenen Blatt". Weiß wird damit zum Synonym für etwas, das nicht gut einzuschätzen ist und unbekannt ist. Damit sind auch die sprichwörtlichen weißen Flecken auf der Landkarte gemeint. 

Weiß in der Architektur

Die weiße Stadt von Tel Aviv, das Guggenheim Museum in New York, das Learning und Library Center der Wirtschaftsuniversität in Wien, sind Gebäude oder Gebäudekomplexe, die sich stark über ihre weiße Erscheinung definieren. Zu allen Zeiten war Weiß ein beliebtes Mittel der Gestaltung in der Architektur. Auch wenn manche Gebäude früher nicht Weiß waren, wie zum Beispiel die griechischen Tempel, die bunt waren, so der Designer und Architekt Christian Kroepfl.

 

So schließt sich der Kreis, denn in der Natur verbleichen die Dinge und auf so manchem Papier bleibt nicht viel mehr zurück als das ursprüngliche Weiß. Eine gute Ausgangsbasis für einen neuen Start, für eine Erneuerung eben.