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Weiß in der Innenraumgestaltung

Weiß hat schon immer eine wichtige Rolle als Farbe im Raum gespielt. Vor allem die Römer haben die Farbe Weiß als Kennzeichnung für das Gemeinsame, das Verbindende benutzt. Waren die griechischen Tempelt noch bunt, so mochten es die Römer mehr weiß und grau.

Der weiße Saal als Zeichen von Macht und Größe

Als Farbe politischer Bewegungen ist Weiß die Farbe der absoluten Monarchie. So steht es in der Farbenlehre für Fotographen. Und es gibt dazu wirklich viele Beispiele aus der Architekturgeschichte. Beispiele für prunkvolle weiße Säle finden sich in Riga, in der Residenz in Würzburg, der Residenz zu Salzburg oder auf der Riegersburg in der Steiermark.  

Oder denken wir einfach an die Gestaltung von Sakralräumen, der göttlichen Macht. Auch hier spielt Weiß als Mittel der Raumgestaltung eine zentrale Rolle. Sei es die Basilika Sacré-Cœur in Montmartre oder die Otto Wagner Kirche in Steinhof. In beiden Kirchen betonen die großen weiß (hellen) Flächen die Wirkung der von Gold dominierten Altarbilder.

 

 

Weiß als Beurteilungsmittel

 

„Ich finde, dass Weiß eine gute Farbe ist, um über die Ästhetik eines Objekts zu urteilen“, das sagt der Wiener Architekt Andreas Burghardt. Der Architekt und Möbeldesigner Christian Kröpfl merkt an, dass Weiß „der pure Körper“ ist. Weiße Möbel zeigen somit eindeutig, wie gut oder schlecht sie gestaltet sind.


Beispiel Bauhaus - Der weiße Boden in der Villa Tugendhat

Die Farbe Weiß spielt im Bauhaus-Stil eine zentrale Rolle bei der Gestaltung, nicht nur bei der Fassadenfarbe, sondern auch im Innenraum. Ludwig Mies van der Rohe wählte als Fußbodenfarbe in der Villa Tugendhat in Brünn einen elfenbeinweißen Linoleumboden. Überhaupt beschränkt sich das Thema Farbe in der Villa Tugendhat auf wenige klar definierte farbige Objekte und Flächen, der Rest ist fast durchgehend in Weißtönen gehalten.

Die Villa gilt als eines der bedeutendsten Bauwerke der modernen Architektur in Europa.

Die Villa Tugendhat auf archdaily.