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Was Oberflächen alles können

Oberflächen erspüren und begreifen ist nicht nur spannend und angenehm, sondern wird auch immer mehr erforscht. Es ist von großem Interesse, wie die Interaktionen zwischen Menschen und Oberflächen aussehen und nach welchen Kriterien sich Menschen für Materialien entscheiden.

Etwas fühlt sich gut oder bekannt oder fremd an. Je nachdem, wie wir ein Produkt mit unserem größten Wahrnehmungsorgan, der Haut, begreifen. Wir spüren genau, ob es sich bei den vorliegenden Gegenständen um Holz, Metall, Kunststoff oder sonst ein Material  handelt. Feinste Oberflächenstrukturen erspüren wir und ordnen es in unser Wissenssystem ein.

 

Wir erfassen Materialien auf unterschiedliche Weise

Das Frauenhofer Institut befasst sich auch mit den Zusammenhängen zwischen der Zusammensetzung und der Struktur von Oberflächen. Viele Werkstoffproben werden von ausgewählten Personen beurteilt. Dabei geht es um die Drucksensibilität der Haut, die Gleitreibung an den Fingerkuppen und ob Unterschiede zwischen den Geschlechtern und den Altersgruppen festzustellen sind. Diese bestimmte Untersuchung zu den Oberflächen zielt auf die Optimierung von Oberflächen, die haptisch zu gestalten sind.

Nicht eine bestimmte Farbe, sondern die Oberfläche gibt den Ton an.

Die Architektin Anke Stern arbeitet mit sogenannten Materialfarben. „Und dann gibt es noch die Herangehensweise, dass man sagt, man arbeitet rein mit Materialfarben. Sprich: Sozusagen nur die Materialfarben werden, also Holz, Metall und Stein, verwendet. Es gibt keine Buntheit, die Buntheit kommt durch die Materialien, die eingesetzt werden. Und das kann ein sehr schönes Konzept sein, wenn es darum geht, puristische Konzepte zu unterstreichen.“

 

Kein Farbpigment, das da glänzt?

Was die Natur alles hervorbringt ist immer wieder staunenswert. Da existiert in Afrika eine Frucht, die intensiv blau leuchtet. Und doch sind keine blauen Farbpigmente daran beteiligt. Die glänzende Farbe ergibt sich rein aus der Interaktion von Licht mit Nanostrukturen, also winziger Zellulose-Fäden, die in den Zellwänden der Fruchthaut geschichtet sind. Da der Abstand zwischen den Schichten leicht variiert und sich die reflektierte Farbe von Punkt zu Punkt ändert, erscheint uns das Spektakel als intensiv blau glänzend.  

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