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Sichtbare und unsichtbare Qualitäten

Für blinde oder sehbehinderte Menschen spielen Materialien in der Wahrnehmung eines Raumes eine ebenso große Rolle wie für Menschen mit einem guten Sehvermögen. Warum graue Säulen eine echte Herausforderung darstellen und welche Aspekte bei der Planung eines Raumes besonders zum Tragen kommen, beschreibt Dr. Markus Wolf, Präsident des Blinden- und Sehbehindertenverbands Österreich, im FunderMax Interview.

 

Welche Eindrücke oder Wahrnehmungen sind für blinde oder sehbehinderte Menschen in Zusammenhang mit Einrichtung wesentlich?

Dr. Markus Wolf: Wenn es um Möbel und Einrichtungsgegenstände in einem sehr vertrauten Bereich geht, etwa zuhause oder an einem Arbeitsplatz, haben wir Menschen mit einer Sehbehinderung mehr oder weniger die gleichen Bedürfnisse wie andere Personen. Da ist es vor allem wesentlich, ob die Materialien für einen selbst ein Wohlbefinden auslösen oder nicht. Und das kann individuell durchaus unterschiedlich sein.

Anders ist es in fremden Räumen oder überhaupt im öffentlichen Raum. Hier spielen Materialien mit ihrer Beschaffenheit, ihrer Struktur und auch ihrer Farbe für die Orientierung eine wesentliche Rolle. So sind gute Kontraste für sehbehinderte Menschen sehr wichtig, um sich gut zurechtzufinden.

Graue Säulen auf einem grauen Boden stellen eine echte Herausforderung dar. Starke Kontraste und Muster bieten dagegen eine echte Hilfestellung.

Was ist vor diesem Hintergrund ausschlaggebend, ob sie sich in einem Raum wohlfühlen oder nicht?

Dr. Markus Wolf:  Der wichtigste Aspekt ist zweifellos das Gefühl der Sicherheit. Da kommt es darauf an, dass die Einrichtung durchdacht angeordnet ist und dass keine Verletzungsgefahr besteht. Ich selbst hatte einmal eine schlecht geplante Küche mit einer vorspringenden Kante, an der ich mich regelmäßig verletzt habe. Solche Gefahrenquellen sind zwar auch für gut sehende Menschen und insbesondere Kinder nachteilig, aber für einen blinden Menschen wie mich sind sie fatal.

Lesen Sie HIER das gesamte Interview mit Dr. Markus Wolf (Präsident des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Österreich)